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Perimenopause oder depressive Verstimmung? Wenn die eigene Stimmung plötzlich fremd wirkt
„Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich heute so emotional bin. Früher hätte mich das überhaupt nicht aus der Ruhe gebracht.“ Solche Veränderungen können Frauen verunsichern. In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, dass Patientinnen ihre eigene Stimmung kaum wiedererkennen und sich fragen, ob sie gerade einfach besonders belastet sind oder ob sich hormonell etwas verändert.
Aus meiner Sicht wird die Perimenopause als Ursache solcher Veränderungen noch immer zu wenig mitgedacht. Dabei ist diese hormonelle Übergangsphase weit mehr als ein unregelmäßiger Zyklus.
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Was in der Perimenopause mit der Stimmung passieren kann
Die Östrogenspiegel können in dieser Zeit erheblich schwanken. Manche Frauen bemerken das durch Schlafstörungen, innere Unruhe, Reizbarkeit oder eine ungewohnte emotionale Empfindlichkeit. Dinge, die früher problemlos bewältigt wurden, fühlen sich plötzlich belastender an. Man ist schneller nah am Wasser gebaut, weniger geduldig oder fühlt sich ohne erkennbaren Grund niedergeschlagen. Und manchmal ist am nächsten Tag die Welt schon wieder eine andere.
Hormone oder Depression?
Genau das macht die Einordnung so schwierig. Eine depressive Verstimmung kann sich ähnlich äußern. Während vorübergehende Stimmungstiefs häufig wieder abklingen, können anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und fehlende Freude auf eine depressive Erkrankung hinweisen. Entscheidend sind immer das Gesamtbild, die Dauer und die Intensität der Beschwerden.
Was mir dabei besonders wichtig ist: Nicht jede emotionale Veränderung in der Perimenopause ist eine Depression. Umgekehrt ist aber auch nicht jede psychische Beschwerde automatisch hormonell bedingt. Beides kann sich überschneiden und auch gleichzeitig auftreten. Deshalb sollte man weder vorschnell eine psychische Erkrankung vermuten noch anhaltende Beschwerden einfach auf die Hormone schieben.
Genauer hinschauen, ohne sich infrage zu stellen
Ich finde, Frauen sollten in dieser Lebensphase genauer auf sich schauen dürfen, ohne sich sofort infrage zu stellen. Wenn sich Stimmung, Schlaf oder Zyklus verändern, kann es hilfreich sein, diese Beobachtungen festzuhalten und im gynäkologischen Gespräch anzusprechen. Auch ein FSH-Selbsttest wie der sanora FEM Menopause-Test kann eine erste Orientierung zur möglichen hormonellen Umstellung geben. Er ersetzt jedoch keine ärztliche Einordnung.
Mein Fazit als Frauenärztin
Ich möchte Frauen dafür sensibilisieren, die Perimenopause auch als mögliche Erklärung für Veränderungen ihrer emotionalen Belastbarkeit in Betracht zu ziehen. Nicht, um alles auf Hormone zu schieben, sondern um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Denn wer nachvollziehen kann, was im eigenen Körper passiert, kann gezielter entscheiden, welche Unterstützung wirklich sinnvoll ist.
Von Sylwia Wejchert
Fachärztin für Frauenheilkunde
